Beratergremien der EZB zu 98 Prozent mit Vertretern privater Finanzinstitutionen besetzt

Die europäische und in Brüssel ansässige NGO Corporate Europe Observatory (CEO) hat die Beratungsgremien der Europäischen Zentralbank (EZB) unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass 98 Prozent der Sitze auf Vertreter der Finanzbranche entfallen.

Laut der Studie mit dem Titel Open doors for forces of finance stammen von den 571 Beratern der 22 relevanten EZB-Gremien 508 von privaten Finanzinstitutionen, während lediglich sieben aus anderen Branchen kommen und nur zwei den Verbraucherschutz repräsentieren.

CEO bemängelt außerdem, dass von den 144 Institutionen, die in den Gremien vertreten sind, 64 keinen Eintrag im Lobby-Register der EU haben und damit allgemeinen Transparenzanforderungen nicht entsprechen. 

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung dieses Berichts hat CEO außerdem einen Brief an das Economic and Monetary Affairs Committee (ECON) gesendet mit dem Ziel, die Mitglieder des Europäischen Parlaments dazu aufzurufen, Druck auf die EZB auszuüben, um Regeln für die Zusammensetzung der Beratergremien einzusetzen. Diese Regeln sollten sich an den Standards zu Fachgruppen der Europäischen Kommission orientieren, wie sie vom Europäischen Ombudsmann sowie dem Parlament selbst empfohlen werden. 

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