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„Ich bin überzeugt, dass wir den Blickwinkel komplett verändern müssen“

Der Finanz- und Nachhaltigkeitsexperte Ulrich Röhrle äußert sich im Gespräch mit CRIC dazu, wie das Nachhaltigkeitsmerkblatt der BaFin einzuschätzen und in den größeren Kontext einzuordnen ist. Wer nur mit Argusaugen auf das Merkblatt schaue, verstelle sich den Blick auf die Notwendigkeiten und Chancen der vielleicht größten Transformation der letzten Jahrzehnte, mahnt er an.

Vermögenswerte, bei denen die Finanzdienstleister den Kontakt zum Kunden verloren hat, werden als nachrichtenlose Assets bezeichnet. Allein auf nachrichtenlosen Bankkonten sollen mehrere Milliarden Euro schlummern. Laut dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e.V.) ist Deutschland der einzige G7-Staat, der einen Umgang mit nachrichtenlosen Vermögenswerten noch nicht gesetzlich geregelt hat. Nach dem Willen von SEND e.V., dem Verband Deutscher Erbenermittler (VDDE e.V.), der Bundesinitiative Impact Investing und Ashoka soll sich dies ändern.

Für den bevölkerungsreichsten Mitgliedsstaat der EU sind rückblickend für Januar und den Herbst 2019 vor allem zu nennen, dass der Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung erste Thesen veröffentlicht, die FDP-Fraktion für denselben Offenlegungsstandards fordert, der Bundestag den Gesetzentwurf zur zweiten Aktionärsrechterichtlinie verabschiedet hat, das Klimaschutzgesetz in Kraft getreten ist und die BaFin nach einer Konsultationsphase die finale Version ihres Nachhaltigkeitsmerkblatts vorgelegt hat.

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