Vatikan fordert mehr Ethik im Finanzwesen

In einem vom Papst zwar nicht verfassten aber „approbierten“ Papier zu Wirtschafts- und Finanzfragen – Oeconomicae et pecuniariae questiones – plädieren die Autoren dafür, den Menschen und das Gemeinwohl in das Zentrum der globalen Wirtschaft und Finanzwelt stellen. Neben einer angemessenen Regulierung der Dynamiken des Marktes fordert es eine klare ethische Fundierung der Finanzmärkte.

Mit Kritik hält sich das Papier nicht zurück und führt mahnend Phänomene wie Credit Default Swaps, Fixings, Schattenbanken und Offshore-Geschäfte, Geldwäsche, Intransparenz, Korruption und ungerechte Risikolasten an. Auch mit erstaunlich konkreten Anregungen warten die Autoren auf, indem sie etwa Ethikkomitees für Banken vorschlagen. 

Als "Gardinenpredigt für Banker" wertet der Frankfurter Theologe und Ökonom Bernhard Emunds das Papier. "Es dürfte das erste Mal sein, dass Fehlentwicklungen in einer einzelnen Wirtschaftsbranche Gegenstand eines ausführlichen offiziellen Schreibens der römischen Kirchenleitung sind", resümiert Bernhard Edmunds. Laut einem in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentichten Artikel zeigt das Papier in weiten Teilen vor allem Misstrauen gepaart mit Unverständnis dafür, wie die Finanzwelt funktioniert. Beispielsweise brandmarke es Credit Default Swaps als Teufelszeug, dabei läge deren Sinn darin, Risiken abzusichern.

Das Papier stammt aus Feder der Glaubenskongregation und dem Dikasterium für ganzheitliche Entwicklung und wurde unter Mitwirkung externer Wirtschafts- und Finanzexperten erarabeitet.

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