Wahl von Blackrock für Sustainable Finance-Auftrag durch EU-Kommission stößt auf Kritik

Der US-amerikanische Vermögensverwalter Blackrock hat in einem Bieterverfahren für eine wichtige Aufgabe im Zusammenhang mit dem EU-Aktionsplan Sustainable Finance das Rennen gemacht. Die am 8. April 2020 veröffentlichte Entscheidung der europäischen Behörde ist bei zivilgesellschaftlichen Organisationen auf Unverständnis gestoßen.

“Development of Tools and Mechanisms for the Integration of ESG Factors into the EU Banking Prudential Framework and into Banks' Business Strategies and Investment Policies” lautet der Auftrag, den Blackrock von der EU-Kommission erhalten hat. Die europäische Nicht-Regierungsorganisation FinanceWatch nannte die Entscheidung einen Fehler und forderte, diese rückgängig zu machen.

FinanceWatch brachte für seine Kritik mehrere Gründe an. Zum einen bestehe ein offensichtlicher Interessenkonflikt, wenn Blackrock Empfehlungen zu aufsichtsrechtlichen Maßnahmen von Banken gebe, die Teil des eigenen Anlageuniversums seien. Des Weiteren sei der Vermögensverwalter als Kritiker der Taxonomie bekannt, das Herzstück der EU-Strategie zu Sustainable Finance, und sei zudem dezidierter Verfechter der einfachen bzw. finanziellen Materialität. Die EU habe sich dagegen zu einem Ansatz der doppelten Materialität bekannt.

ShareAction aus Großbritannien merkt auf Twitter an, es sei unklar, was Blackrock zum idealen Kandidaten für diese Aufgabe mache und verweist auf eine eigene Studie, die den Sustainable Finance-Ansatz der weltweit größten Vermögensverwalter untersucht hat. Blackrock hat hier die Note D erhalten, wobei A die beste und E die schlechteste ist. Im ShareAction-Ranking nimmt der Vermögensvewalter Rang 47 von 75 ein.

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