Studie: Nur ein Prozent der Umsätze von DAX-Unternehmen Taxonomie-kompatibel

Licht ins Dunkel zu der Frage, inwieweit Unternehmen ihre Umsätze in Einklang mit der EU-Taxonomie generieren, bringt eine im Auftrag des deutschen Umweltministeriums durchgeführte Studie, die am 28. September 2020 veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse zeigen: Es gibt noch sehr viel Luft nach oben.

Dem so genannten „European Sustainable Finance Survey 2020“ zufolge gehen bei den DAX-Unternehmen beispielsweise zwar 27 Prozent der Umsätze auf Taxonomie-relevante Wirtschaftstätigkeiten zurück, jedoch erfüllen nur fünf Prozent das Kriterium „Substantial Contribution“ und nur zwei Prozent alle Kriterien. Um als nachhaltige Wirtschaftstätigkeit im Sinne der Taxonomie zu gelten, müssen neben einem substantiellen Beitrag zu den Umweltzielen so genannte DNSH-Kriterien (DNSH = Do No Significant Harm) und soziale Mindeststandards eingehalten werden.

Bei den im EURO STOXX 50 und im CAC 40, dem Leitindex der Pariser Börse, gelisteten Unternehmen sieht es nicht viel anders aus. Taxonomie-relevant sind 20 bzw. 22 Prozent der Umsätze, die erste Schwelle der Kriterien nehmen vier bzw. drei Prozent und Taxonomie-konform sind in beiden Fällen zwei Prozent.

Die Umfrage ist von dem Forschungs- und Beratungsinstitut adelphi und der Nachhaltigkeits-Rating-Agentur ISS-ESG durchgeführt worden. Sie soll 2021 und 2022 wiederholt werden. Neben „Sustainable Equity“ ist auch der Bereich “Sustainable Lending” untersucht worden.

Die Untersuchung im Jahr 2020 hat sich auf die ersten beiden Umweltziele der Taxonomie bezogen – also auf Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Kriterien zu den vier weiteren Umweltzielen, die in der Taxonomieverordnung definiert sind, also nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme, liegen noch nicht vor. 

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