Noch bis zum 6. September: Call for Feedback zur sozialen und einer erweiterten Taxonomie

CRIC hat eine soziale Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten wie auch eine solche, die Abstufungen der Nachhaltigkeit deutlich macht, von Beginn an unterstützt (siehe etwa hier). Genau zu diesen Themen hat die Platform on Sustainable Finance Anfang Juli Berichte veröffentlicht (mehr Informationen hier).

Rückmeldungen zu den Berichten sind noch bis zum 6. September (Frist wurde verlängert, urpsprünglich: 27. August) möglich. Auch CRIC beteiligt sich – Mitglieder können die Antworten im internen Webseitenbereich einsehen (siehe hier).

Zu den Argumenten für eine soziale Taxonomie zählen unter anderem (Aufzählung in Anlehnung an das Konsultationsdokument):

  • Unterstützung von Investitionen in soziale Nachhaltigkeit und in einen gerechten Übergang
  • die Nachfrage der Anleger nach sozial orientierten Investitionen
  • eine Förderung der Auseinandersetzung mit sozialen und menschenrechtlichen Risiken und Chancen
  • Stärkung der Definition und Messung von sozialen Investitionen

Ein weiteres Argument dafür, die soziale Dimension systematisch zu berücksichtigen, sind deren Wechselwirkungen mit ökologischen  Aspekten. Auch lassen sich Maßnahmen für den Klimaschutz ohne eine entsprechende Unterstützung der Menschen schwerlich umsetzen. Und diese ist unter anderem davon abhängig, wie der Strukturwandel in sozialer Hinsicht gestaltet wird. 

Mit Blick auf eine erweiterte Taxonomie gibt es zum einen verschiedene Argumente, die für eine Taxonomie für nicht-nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten sprechen. Hier kann wiederum zwischen denjenigen Wirtschaftstätigkeiten unterschieden werden, die nicht-nachhaltig sind und keine Chancen haben, sich zu verbessern, und solchen, die sich jenseits der Schwelle der DNSH-Kriterien oder sogar derjenigen für einen substanziellen Beitrag laut Taxonomie-Verordnung verbessern können. Der Platform on Sustainable Finance schwebt ein Ampelsystem vor (rot = erfüllen keine DNSH-Kriterien; grün = leisten substanziellen Beitrag; gelb = Bereich zwischen beiden Kategorien). 

Davon zu unterscheiden sind so genannte neutrale Wirtschaftstätigkeiten. Diese lassen sich nicht ein Ampelsystem eingliedern. Es handelt sich um Tätigkeiten, die kaum eine ökologische Wirkung haben – z. B. können dies Dienstleistungen sein. Vor allem KMU werden in diesem Bereich gesehen. Ein Argument neben mehreren anderen dafür, derartige Tätigkeiten in einer Taxonomie zu erfassen, ist, dass ein Fonds, der zu einem signifikanten Teil in Tätigkeiten investiert, die kaum eine ökologische Wirkung haben, vollkommen anders zu bewerten wäre, als einer, der nach einem Ampelsystem in rote oder gelbe Wirtschaftstätigkeiten invesiert. Ohne eine derart erweiterte Taxonomie kann dies aber nicht ohne Weiteres transparent gemacht werden.

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